In einer kleinen, auserlesenen Gruppe besuchten wir am 19.5.2026 die Pfarrkirche St. Leopold auf dem Donaufeld. Herr Dr. Matthias Ruckenbauer, Mesner der Pfarre, erklärte die Entstehungsgeschichte und warum aus der geplanten Kathedrale eine normale Pfarrkirche wurde. Die Kirche ist der dritthöchste Sakralbau Wiens mit einem Fassungsvermögen von ca. 1300 Personen. Bei der Führung durch den „Dom von Floridsdorf“ erzählte er über die architektonischen Herausforderungen eines derartigen Baus auf ehemaligem Schwemmland und wies uns besonders auf das durchgehende Jugendstil-Design aller wesentlichen Elemente im Innenraum hin. Der im Original erhaltene Dachstuhl ist der größte Holzdachstuhl Österreichs.

In der Sakristei durften wir auch die noch vorhandenen originalen Bekleidungsstücke sehen.

Im Anschluss erfreute uns noch ein halbstündiges Konzert des Organisten Christian Schandl auf der historischen Orgel. Diese ist eine der wenigen noch erhaltenen Orgeln aus einer Zeit um 1900 in der nicht nur die Pfeifen, sondern auch die Tasten und Register pneumatisch betrieben wurden. Da sich diese Technik nicht nur als Herausforderung für die Organisten, sondern auch als recht wartungsanfällig herausstellte, wurde bald wieder davon abgegangen.

Der gesellige Ausklang im Gasthaus Birner gab die Möglichkeit zur Reflexion der Besichtigung und weiteren lebhaften Gesprächen.

Hans Meixner